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"Begierde und Fahrerlaubnis" im Theater im Lendbräukeller

Am 16.9. fand die Premiere von Begierde und Fahrerlaubnis in Tirol statt und mittlerweile ist die Spielserie auch schon wieder vorbei. In einigen interessanten Gesprächen und Begegnungen durfte ich von der Wirkung des Stücks auf Menschen erfahren. Ein paar Aussagen, die mir in Erinnerung geblieben sind: 

 

"Es hat mich zum reflektieren gebracht, was das für eine Art von Beziehung war, die ich geführt habe. Liebe? Begehren? Machtspiel?"

"Wie ein Befreiungsschlag!"

"An Grenzen gehen, damit sich was verändert. Ich mag das, wenn man Risiken eingeht."

"Der Text ist herausfordernd, aber die Emotionen kamen an und Bilder sind entstanden."

"Die Schutzlosigkeit die du riskierst, berührt."

"Man merkt, dass das dein Projekt ist - voller Kraft und sehr authentisch."

"Man versteht es, obwohl man es nicht versteht."

"Ich hatte Bedenken ob ich eine Jelinek verstehe, aber ich habe mir gedacht, ich probiere das mal aus und es war gewaltig."

 

DANKE!

 

Ein paar Gedanken zu meiner Inszenierung in diesem Blogbeitrag: Begierde und Fahrerlaubnis von Elfriede Jelinek

 

Lust, Begehren, Macht ... Was auf der Bühne passiert ist der Ausdruck der Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau. Einer Frau in der Fahrstunde. Ihr Blick aber heftet sich statt auf die Straße auf das Geschlechtsteil des Mannes. Bilder von dem was davor war und was passieren könnte mischen sich mit Wortspielen und Sinnverdrehungen. Sie entzieht sich dem männlichen Begehren und fordert es zugleich heraus, indem sie einen animalischen Trieb bei sich und ihm bloßstellt. In einer mit Aggression und Zynismus aufgeladenen Sprache weiblicher Lust erweitern sich ihre Erfahrungen und Erkenntnisse auf einen gesellschaftlichen Nenner. Der Bühnenraum als bildstarker, abstrakter Gedanken- und Empfindungsausdruck.

 

Die Ein- und Ausdrücke wurden bildlich eingefangen von Sylvia Größwang (s/w Fotos) und Markus Plattner (Farbfotos) im Theater im Lendbräukeller.

 

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